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5. Sonntag der österlichen Bußzeit: Und wieder: Frauen und Jesus!

Joh 11,1-45: Die Auferweckung des Lazarus

Das ist das letzte Wunder Jesu, von dem das Johannesevangelium berichtet. Die Parallelen zum ersten - Dem Wunder bei der Hochzeit zu Kana - sind überraschend:

1. Beidemale fordern Frauen ein Wunder von Jesus: Bei der Hochzeit will seine Mutter Maria, dass wieder Wein für die Feiernden da wäre. Hier wollen Maria und Marta, dass doch ihr Bruder noch lebe.

2. Beidemale lässt Jesus sich nicht unter Druck setzen: seine Mutter weist er schroff zurück und diesmal bleibt Jesus noch zwei Tage weg, obwohl er die dringliche Nachricht von der Krankheit seines Freundes Lazarus längst bekommen hatte. 

3. Beidemale erfüllt er die Wünsche der Frauen letztenendes doch!

aber noch viel wichtiger: beidemale zeigt sich Jesus Christus ganz so, wie ihn das Johannesevangelium sieht:

1. Beidemale ist er ganz Mensch: 
- Er feiert mit seinen Freunden bei der Hochzeit. Und da wird viel getanzt, gelacht und getrunken.
- Angesichts des toten Lazarus weint er herzergreifend: Seht, …
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Dienstag der 5. Fastenwoche - 31. März

„Wenn jemand von einer Schlange gebissen wurde und zu der Kupferschlange aufblickte, blieb er am Leben.“ (Num 21,9b)
Nicht jeder kann mit Schlangen etwas anfangen. Bei der Wahl eines Haustiers würden man ihnen wohl nicht ohne weiteres und nur mit großer Vorsicht den Zuschlag geben. Schlangen werden nicht nur religionsgeschichtlich seit alters her mit dem Bösen in Verbindung gebracht. Das hat unter anderem mit dem Gift zu tun, das manche Schlangenarten kennzeichnet. Böses, Gift (bildlich gesprochen), Schlechtes, Krankheit, Leid, Tod, Trauer und vieles andere mehr – das kennt jeder aus seinem eigenen Leben. Andererseits kann das Gift von Schlangen aber auch als Heilmittel eingesetzt werden. Ein Zeichen für den Tod ist zunächst auch das Kreuz. Seit aber am Kreuz unser Herr Jesus Christus starb, ist es vor allem zum Zeichen des Lebens und des Sieges über den Tod geworden. Der Tod ist zwar nicht aus der Welt, aber letztlich besiegt. So kann es gerade in unseren Tagen inmitten von Leid und So…

25. März: Verkündigung des Herrn

25. März – Verkündigung des Herrn

„Da sagte Maria: Siehe, ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie du es gesagt hast.“ (Lk 1,38)

Maria sagt JA. Sie ist bereit.
War es leicht für sie, diese Antwort zu geben? Konnte sie die Größe und die Folgen ihrer Antwort in diesem Moment absehen? Hat dieses kleine JA nicht die Lebensplanung Marias komplett umgeworfen?
In dieses JA zu Gott und zum Willen und Auftrag Gottes musste die Gottesmutter wohl erst hineinwachsen und sich hineinleben. Dieses kleine und unscheinbare JA musste sie wohl unzählige Male wieder und wieder neu sprechen. Das JA zu Gott und zur Vorsehung Gottes wird auch uns im Alltag immer wieder abverlangt, ob wir wollen oder nicht.
Aber aus dieser Zumutung Gottes kann Großes erwachsen, wenn der Mensch mittut. Diese Zumutung an Maria, die sie mutig angenommen hat, ist für uns der Anfang des Heiles: Gott ist Mensch geworden, Gott ist uns nahe.

Kaplan P. Gregor Schuller OSB

Gott lässt sein Volk nicht allein - Impuls zum Montag der 4. Fastenwoche

Montag der 4. Fastenwoche - 23. März 2020
„Ja, siehe, ich erschaffe einen neuen Himmel und eine neue Erde. Man wird nicht mehr an das Frühere denken, es kommt niemand mehr in den Sinn. Denn siehe, ich erschaffe Jerusalem zum Jauchzen und sein Volk zum Jubel.“ (Jes 65,17.18b) Das sind Worte, die Mut machen. Es sind Worte Gottes, die der Prophet Jesaja den Israeliten vermittelt. Jesaja ruft sie in eine Zeit hinein, in der Israel fern seiner (geistlichen) Heimat im Exil leben musste. Das ist ein Zustand, der mit unserer gegenwärtigen Situation möglicherweise manches gemeinsam hat, denn auch wir können derzeit unsere (geistliche) Heimat nicht so bewohnen, wie wir es gewohnt sind: das öffentliche Leben ist zurückgefahren, soziale Kontakte nicht ratsam, Gottesdienste können nicht öffentlich zugänglich gefeiert werden… Vielleicht ruft Jesaja zielsicher auch in unsere Zeit hinein. Vielleicht sagen uns die Worte der heutigen Tageslesung: Gott verlässt auch uns heute nicht, wie er sein auserwählt…

4. Sonntag der österlichen Bußzeit: Corona und die Heilung eines Blinden mit Spucke

„... spuckte er auf die Erde ... machte ... einen Teig, strich ihn dem Blinden auf die Augen...“ Eine Augensalbe aus Erde und Speichel -
ein Unding schon immer,
eine Katastrophe in Pandemie-Zeiten wie den unseren!

Und doch: Ist nicht das, was den Mund des Gottessohnes verlässt,
ein Heilmittel für Leib und Seele, eine Arznei für uns Erdlinge?

Wenn es - vermischt mit Erde, dem Stoff unserer Endlichkeit-
uns ein neues Sehen ermöglicht, ein tieferes Sehen,
den Durchblick auf den Heilswillen Gottes für uns,
der auch durch eine Corona-Pandemie nicht zu stoppen ist.

© franz reitinger 2020

3. Sonntag der österlichen Bußzeit: Frauen und Männer

Letzten Sonntag war Weltfrauentag - und tatsächlich stellt die Leseordnung am heutigen Sonntag danach von Matthäus (dem Evangelist des Lesejahres A) auf das "frauenfreundliche" Johannesevangelium um. 
Kleiner Scherz - aber tatsächlich kann das Johannesevangelium als "Frauen-Evangelium" gelten: ein Evangelium von Frauen für Frauen (und Männer) - so einfühlsam und zahlreich werden hier Begegnungen Jesu mit Frauen geschildert.
Vergleichen wir nur mal die zwei längeren Gespräche, die in der Fastenzeit gelesen werden. Am 3. Sonntag im Lesejahr A das Gespräch mit der Frau am Jakobsbrunnen und am 4. Sonntag im Lesejahr B das Gespräch mit Nikodemus: 

Nikodemus: ein Mann - ein namhafter Mann - ein Gebildeter -  ein Frommer - ein auch moralisch Unangreifbarer!

Vergleichen wir mit einer Frau - ein paar Verse weiter im Johannesevangelium: 

die Frau am Jakobsbrunnen: eine Frau - namenlos, anonym - eine Ungebildete (wie sonst) - keine Fromme (sondern Samariterin) - eine morali…