Direkt zum Hauptbereich

Dienstag der 5. Fastenwoche - 31. März




„Wenn jemand von einer Schlange gebissen wurde und zu der Kupferschlange aufblickte, blieb er am Leben.“ (Num 21,9b)

Nicht jeder kann mit Schlangen etwas anfangen. Bei der Wahl eines Haustiers würden man ihnen wohl nicht ohne weiteres und nur mit großer Vorsicht den Zuschlag geben. Schlangen werden nicht nur religionsgeschichtlich seit alters her mit dem Bösen in Verbindung gebracht. Das hat unter anderem mit dem Gift zu tun, das manche Schlangenarten kennzeichnet.
Böses, Gift (bildlich gesprochen), Schlechtes, Krankheit, Leid, Tod, Trauer und vieles andere mehr – das kennt jeder aus seinem eigenen Leben.
Andererseits kann das Gift von Schlangen aber auch als Heilmittel eingesetzt werden.
Ein Zeichen für den Tod ist zunächst auch das Kreuz. Seit aber am Kreuz unser Herr Jesus Christus starb, ist es vor allem zum Zeichen des Lebens und des Sieges über den Tod geworden. Der Tod ist zwar nicht aus der Welt, aber letztlich besiegt. So kann es gerade in unseren Tagen inmitten von Leid und Sorgen immer wieder hilfreich sein, die Augen aufzumachen und zu erheben, und zwar zum Kreuz. Der Blick auf das erhöhte Kreuz kann große Hoffnung und Zuversicht schenken, weil wir Christen wissen, dass es Rettung verheißt. Ein Heilmittel!

Kaplan P. Gregor Schuller OSB

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Auszug aus der Predigt am Faschingssonntag, 27.02.2022 von Stadtpfarrer Franz Reitinger

 Liebe Mitchristen, liebe Schwestern, liebe Brüder, bevor er so richtig begann, ist der Fasching auch heuer wieder von der Bildfläche verschwunden. Hatte die Corona-Pandemie schon vieles unterbunden, war die Lust auf Karneval mit dem Münchner Gutachten um Missbrauch  und Vertuschung schon merklich reduziert, so hat der Krieg, die Aggression Putins gegen die Ukraine die meisten von uns auf einen Tiefpunkt der Faschingslaune geführt. Wie sollten wir uns auch als Narren gebärden, während Raketen und Bomben, Flugzeuge und Panzer wehrlose  Menschen gefährden. Ich sage es deutlich, wenn auch in Reimen. Die Lage in Europa ist seit Donnerstag nur noch zum Weinen. Die Ukraine und sein demokratisch gewählter Präsident ist in höchster  Gefahr. Es steht zu befürchten, dass er nicht das letzte Opfer von Putins menschenverachtender Diktatur war. Ja, meine lieben Mitchristen, ich wäre so gerne auf die Kanzel gegangen, Und hätte so gern mit harmlosen, lustigen Versen Si...

Kann Kirche im Januar 2022 noch Heimat sein? Predigt zum 4. Sonntag i. J.

Um die Kirche steht es schlecht. So viele Unklarheiten, so viele patriarchale Strukturen, Missbrauch, Vertuschung, unguter Umgang mit Homosexualität und anderes mehr. Nicht wenige haben das Gefühl, die Kirche, die ihnen Heimat war, bricht aus ihrem Leben weg. Heimat zu verlieren aber ist schmerzhaft.  Auch Jesus ist im Evangelium vom heutigen Sonntag dabei, seine Heimat zu verlieren. Nicht nur wird kein Prophet in seiner Heimat anerkannt, wie er im heutigen Evangelium sagt. Noch dazu provoziert Jesus die Menschen seiner Heimat. Denn er weist auf Ereignisse hin, bei denen sich Gott nicht als Gott der Juden erwiesen hat, sondern als Gott von Fremden - beispielsweise eines Syrers. Der wurde vom Aussatz geheilt, nicht die Kranken Israels. Provokationen, die die Menschen seiner Heimat verärgern und fast zur Lynchung Jesu führen. Doch der schreitet mitten durch die Menschenmenge und geht weg, wie in dieser Stelle aus dem Lukasevangelium zu lesen ist. Die Provokation Jesu ist die Aussage...

Corona-Gespenster und der Auferstandene - Gedanken von Diakon Sebastian Nüßl

Wir glauben nicht an Gespenster. Und doch bekommen wir eine Gänsehaut, wenn eine gute Gruselgeschichte erzählt wird. Gespenster machen dann doch noch Angst: nicht zu fassen, nicht festzumachen, bereit, allen möglichen Schaden anzurichten. Wir wissen natürlich, dass es die aus den Geschichten nicht gibt. Heute treiben andere „Gespenster“ ihr Unwesen. Auch sie wollen Angst verbreiten, sind schwer zu greifen und zu durchschauen. Hatte so ein Gespenst vor Jahren den Namen „Flüchtlingsflut“ heißen sie heute: „Corona-Diktatur“, „Corona-Zwangsimpfung“, „Corona als Mittel zur Erlangung der Weltherrschaft“. Leer-Denker machen damit Politik. Das Evangelium vom morgigen Sonntag (Lukas, Kapitel 24, die Verse 35 bis 48) hat eine wesentliche Botschaft: Christen glauben nicht an Gespenster. Es geht um den Auferstandenen. Er erscheint seinen Jüngern eben nicht als Gespenst, sondern mit Fleisch und Knochen und dazu fähig, einen Fisch zu essen. Wie wir uns das genau vorstellen können bleibt offen, den...